Die Nordinsel Neuseelands spitzt sich im Norden zu, die letzten 100 Kilometer bis zur Nordspitze ist die Insel keine fünzehn Kilometer mehr breit. Im Westen dieser Halbinsel zieht sich über die komplette Länge ein Strand entlang, der mit Allradautos sogar befahrbar ist. Am Sonntag fuhren wir zunächst nach Ahipara, das bereits am Anfang des 90 Mile Beaches liegt.

Da ein Orkantief von Australien herübergezogen ist, war die Autofahrt nicht sehr angenehm, es schüttete und windete fast die ganze Zeit. Pünktlich kurz nach der Ankunft klarte es allerdings auf, sodass wir gleich den Strand inspizieren konnten. Im Vergleich zum Pazifik gibt es hier an der Tasmanischen See deutlich weniger Quallen, dafür schöne Wellen. Wellenreiten macht hier richtig Spaß, auch wenn das Wasser nicht wärmer ist als an der Ostküste.

Am Montag hatten wir dann eine Bustour gebucht, die uns zunächst zum Gumdiggers Village führte. In dieser Region gab es früher viele Kauri-Bäume, die Harz absonderten das im Laufe der Jahrtausende zu Bernstein wurde. Da dieser Bernstein, "Kauri Gum", sehr wertvoll ist, haben hier früher viele Sucher ihr Glück versucht. Deren Hütten sind teilweise noch erhalten und können besichtigt werden. Im ersten Bild ist ein Kauri-Baumstamm zu sehen, wie er nach 20.000 Jahren wieder ausgegraben wurde. Danach ging es weiter die "Highway", die in Deutschland vielleicht gerade mal als Landstraße gelten würde, bis an die Nordspitze, das Cape Reinga, hinauf. Laut den Maori treffen sich hier die Spirits der Toten, um von hier "nach Hause" zurückzukehren. Der nördlichste Punkt Neuseelands ist gleichzeitig auch die Stelle, an der sich Tasmanisches Meer und Pazifik treffen. Neben ein bisschen Gischt links vom Leuchtturm ist davon jedoch nicht viel zu sehen. Dafür ist der Panoramablick von oben in alle Richtungen atemberaubend, man kommt sich hier sehr klein und unbedeutend vor.

Nach einer Stunde Aufenthalt am Cape ging es wieder ein paar Kilometer südlicher zu den Sanddünen von Te Paki. Hier durfte ich Sandboarding ausprobieren, kurz gesagt: Sich mit dem Kopf voran auf einem Brett eine Düne herunterstürzen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, auch wenn ich danach pitschnass war, da ich beim ersten Mal nicht genug Schwung hatte um über eine Pfütze drüber zu springen. Über einen Frischwasserzufluss fuhr unser Allradbus dann weiter bis vor zum 90 Mile Beach, an dem er dann wieder gen Süden fuhr. Schlussendlich wurden wir in Ahipara wieder abgeladen. 

Die vier Tage Northland sind damit auch schon rum, am Dienstag gehts dann erstmal zurück nach Auckland. Bis dann!

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