Vom ersten Tag in Rotorua hatte ich nicht viel, da ich mit Schniefnase im Hostelbett lag. Am Donnerstag ging es mir dann wieder gut genug für die Reise nach Hobbiton. 

Alle Filme der Herr der Ringe- und Hobbittrilogien sind in Neuseeland gedreht worden.

Verteilt über das ganze Land liegen die Filmstätten, die wohl berühmteste ist allerdings auf der Alexander's Farm bei Matamata. Hier wurde das Dorf Hobbiton aufgebaut. Für den Herr der Ringe-Dreh Anfang des Jahrtausends wurde die Kulisse nur temporär aufgebaut. Als Hobbiton für die drei Hobbit-Filme neu errichtet wurde, wurde entschieden, das Dorf aus permanenten Materialien herzustellen, um die Kulisse auch nach dem Dreh für Touristen zugänglich zu machen. So fuhren wir zusammen mit drei anderen aus dem Hostel mit dem Auto nach Matamata. Die Farm an sich ist immer noch in Betrieb und daher Privatgelände, deshalb darf man die Kulisse nur im Zuge einer geführten Tour besichtigen. In Matamata stiegen wir also in einen Hobbiton-Bus um, der uns durch die Farm bis direkt vor das "Dorf" fuhr. Insgesamt 44 Hobbithöhlen wurden mit viel Liebe zum Detail hergerichtet. Bei jeder Höhle kann man eindeutig erkennen, welchen Beruf der bewohnende Hobbit innehat, so ist neben einer Höhle ein Käselager, vor einer anderen sind Brotkörbe, und ein großer Holzvorrat stapelt sich vor der dritten. Zudem stehen kleine Leitern vor den Bäumen, Wäscheleinen sind aufgespannt, kurzum: Es fehlen nur noch die Bewohner zu einem lebendigen Dorf. Um Gandalf groß, die Hobbits jedoch klein wirken zu lassen gibt es Hobbithöhlen in verschiedenen Größen. Die Hobbits werden vor großen Eingängen aufgenommen, Gandalf vor den kleineren um dadurch größer zu wirken. Die Führerin wusste viele kleine interessante Details zum Dreh zu berichten, die die Führung sehr kurzweilig werden ließen. So mussten aus einem Tümpel vor dem Dreh sämtliche Frösche umgesiedelt werden, da diese zu laut waren und die Dialoge gestört hätten. Währenddessen blieb selbstverständlich noch genug Zeit, um das Set zu genießen und Fotos ohne Ende zu schießen. 

Alle Innenaufnahmen wurden in einem Studio in Wellington gedreht, deshalb sind die Hobbithöhlen alle leer. Nur ein kleiner Raum ist hinter jeder Höhle, damit Hobbits hinaus und hinein laufen können. Der Green Dragon, der Dorfpub, wurde jedoch auch innen komplett ausgebaut. Jeder erhielt hier ein eigens für Hobbiton gebrautes Bier oder Cider. Hier gab es auch die Möglichkeit, sich als Hobbit zu verkleiden. Nach circa zwei Stunden wurden wir dann noch durch den obligatorischen Souvenir-Shop geführt, bevor es zurück nach Matamata und dann nach Rotorua ging. Auch als nicht eingefleischter Herr der Ringe-Fan hat sich der Besuch hier definitiv gelohnt!

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