Nachdem ich in Hamilton bis auf die Hamilton Gardens das meiste in Hamilton gesehen hatte, entschied ich mich dafür, direkt zurück nach Rotorua zu fahren. Über HelpX hatte ich dort eine Familie gefunden, bei der ich ab dem 1. November unterkommen konnte. Für die vier Nächte bis dahin kehrte ich zurück ins Funky Green, dem Hostel in dem ich zuvor mit Paul schon war. 

Kaum in Rotorua angekommen, lief mir Claire, eine französische Backpackerin, zum dritten Mal über den Weg. Ich hatte sie schon zuvor auf den Felsen an der Lonely Bay in Whitianga und während des Pinnacles Walk gesehen. Da wir uns jetzt zum dritten Mal zufällig getroffen hatten, beschlossen wir, gemeinsam etwas zu unternehmen. Da wir beide das Whitewater Rafting noch nicht gemacht hatten, buchten wir eine Tour am Samstag. 

Am Freitag besuchte ich nochmal die Redwoods. Es gibt dort mehrere Walks. Nachdem ich zwei Wochen zuvor mit Paul die gelbe Tour, die vor allem schöne Aussichten über Rotorua bietet, gelaufen bin, nahm ich diesmal die grüne Tour. Hier sieht man zwar nicht soviel von der Umgebung, dafür verläuft der Track durchgehend durch native forest, ist also sehr schön zu laufen. 

Ich ging dann früh ins Bett, da das Rafting am Samstag schon um 8.30 Uhr los ging. Claire sammelte mich mit ihrem Auto am Hostel ein, und wir fuhren 20 Minuten nach Norden bis zur Basis des Wet'n'Wild Raftings. Insgesamt wollten sich zwölf Leute ins Wasser stürzen. An der Basis wurden wir zunächst mit Neoprenanzug, Fleece, Schwimmweste und Wasserschuhen ausgestattet. Mit dem Minibus und den Rafts im Gepäck ging es dann zum Fluss. In jedem Raft hatten sechs Leute plus ein Guide Platz. Der Kaituna River ist ein sehr beliebter Fluss zum Raften, insgesamt vier Organisationen bieten diese Touren an, dementsprechend geschäftig geht es hier auch zu. Nach einer kurzen Einführung und Einüben der Kommandos (forward paddle, backward paddle, hold on und go down) ging es auch schon los. Gleich am Anfang kommt ein eineinhalb Meter hoher Wasserfall, wo ich mich gleich mal darauf einstellen konnte, was mich noch so erwartet. Man wird natürlich komplett nass dabei, es macht aber mega Spaß, sich in einem Stück Plastik das wilde Wasser hinunterzustürzen! Nach ein paar weiteren Stromschnellen waren wir schon recht gut in der Steuerung. Dann, nach ungefähr einer halben Stunde auf dem Fluss, kam das Highlight: der mit sieben Meter Höhe größte kommerziell geraftete Wasserfall der Welt! Tatsächlich spürt man ein bisschen den freien Fall vor dem Eintauchen ins Wasser. Anscheinend dreht es dabei knapp die Hälfte der Boote um, beide Rafts meiner Gruppe tauchten nach einer halben Sekunde allerdings richtig herum wieder aus dem Wasser auf. Nach dem Wasserfall fuhren wir noch einmal in die Gegenrichtung in eine Stromschnelle hinein, sodass es tatsächlich möglich war, mit dem Raft ein paar Sekunden auf der Welle zu surfen. Die erste Reihe - die dann durchgetauscht wurde - wurde dabei komplett nass gespritzt. Das war dann leider auch schon das Ende der Tour. Es hat richtig viel Spaß gemacht! Logischerweise konnte ich meine Kamera nicht mitnehmen, wer einen Eindruck von der Fahrt haben will, kann sich aber dieses Video anschauen, andere Organisation aber gleicher Wasserfall! https://www.youtube.com/watch?v=9txxodYuZGc

Nachmittags bin ich mit ein paar Leuten aus meinem und dem benachbarten Hostel zum Blue Lake, circa 10 Kilometer außerhalb von Rotorua, gefahren. Der erste Eindruck war nur - wow. Der See ist unglaublich klar, umgeben von einem kleinen Sandstrand und native bush. Es gibt dort eine kostenlose, öffentliche Grillstelle, die wir natürlich benutzt haben. Eine Kanadierin aus dem anderen Hostel hatte Geburtstag, und es gab unglaublich leckeren Kiwikuchen. Alles in allem also ein sehr entspannter, angenehmer Nachmittag.

Da ich inzwischen die Hauptattraktionen in Rotorua gesehen habe, ließ ich die restlichen zwei Tage im Hostel sehr ruhig angehen. Zusammen mit Claire war ich am Sonntag Nachmittag beim Cerosine Creek, ähnlich wie bei den Hot and Cold Tubs ist auch Cerosine Creek eine natürliche, öffentliche heiße Quelle. Man kann sich sowohl in den fließenden Bach legen um direkt auch Whirlpool-Feeling zu haben, oder in dem Becken hinter einem idyllischen Wasserfall entspannen. Am Dienstag machte ich mich dann auf den Weg zu meiner HelpX-Familie.

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