Die Waitomo Caves sind die wohl berühmtesten Höhlen Neuseelands. Unter einer unscheinbaren grasbewachsenen Hügellandschaft erstreckt sich ein kilometerlanges unterirdisches Höhlensystem, durch das größtenteils Wasser fließt. Das Besondere an diesem Höhlensystem ist, dass es hier mehr Glowworms gibt als irgendwo sonst. Knipst man seine Stirnlampe aus, erblickt man einen Sternenhimmel aus Glowworms über sich, der einfach atemberaubend aussieht.

Am Sonntag, den 27. November sind Alfred, Ilaria, die von ihrer Au-Pair-Familie in Hamilton kam und mit der wir uns in Otorohanga getroffen haben, und ich zum Kiwi Cave Rafting gefahren. Neben dem bloßen Anschauen der Höhlen ist bei dieser Tour noch Abseilen, Tubing und Caving dabei, aber dazu später mehr. Der Tag war ziemlich verregnet, aber unter der Erde macht das ja recht wenig aus. Zunächst einmal bekamen wir alle unsere Höhlenausrüstung: Neoprenanzüge, ein Fleece und Gummistiefel. Fürs Abseilen bekam jeder zudem ein Klettergurt. Dann ging es auch schon los: Der Eingang zur Höhle liegt in einem ziemlich tiefen Felsspalt. Um da hinzukommen, durften wir uns 27 Meter abseilen, einer nach dem anderen ließ sich hinab in die Tiefe. 

Unten angekommen liefen wir zunächst mal stromaufwärts mitten hinein in die Höhle. Dann knipsten alle ihre Stirnlampen aus, und man konnte die Glowworms in ihrer ganzen Pracht bewundern. Glowworms leuchten in ihrem Larvenstadium, in dem sie bis zu einem Jahr verbringen, um Insekten anzulocken, die sich dann an einem Klebefaden verfangen. Sie haben also eine ähnliche Taktik wie die Spinnen. Nach dieser Zeit verpuppen sie sich für zwei Wochen, um sich in eine Fliege zu verwandeln, die nur ein paar Tage lebt. Als Fliege versuchen die Glowworms möglichst schnell einen Paarungspartner zu finden. Nach getaner Arbeit sterben sie dann auch schon. 

Jeder von uns hat einen Reifen bekommen, in denen wir flussabwärts fuhren. Großteils floss der Fluss recht gemächlich, an manchen Stellen ging es aber doch zur Sache, unter anderem ging es auch einen ein Meter hohen Wasserfall in den Reifen hinunter. Hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht!

Im Anschluss ans Raften machten wir eine richtige Höhlenexpedition. Es ging durch einen mega engen Spalt, durch den man seitlich durchkriechen muss und bei dem ich nicht gedacht hätte, dass man durch kommt. Der nächste Spalt fiel einen Meter nach unten ab, und man musste headfirst / arms first durch, das hat erstmal etwas Überwindung gekostet! Zu guter Letzt kam ein noch engerer Spalt, wo man fast tauchen musste, um durch zu kommen. 

Der Rest des Weges war wieder einfacher. Nach einer Pause inklusive einer Tasse Tee und etwas Schokolade in völliger Dunkelheit, bei der man nur das Rauschen des Flusses und das Licht der Glowworms gehört und gesehen hat, ging es dann zurück zum Höhleneingang. Um wieder nach oben zu kommen, kletterten wir eine recht steile Felswand hoch. Zurück im Basislager gab es dann eine heiße Dusche und eine Tomatensuppe. 

Insgesamt viereinhalb Stunden dauerte die Tour. Es hat richtig viel Spaß gemacht in den Höhlen, in der irgendwie majestätischen Welt der Glowworms. In Otorohanga setzen wir Ilaria wieder an ihrem Auto ab und fuhren zurück auf die Heywood Farm, um dort noch eine weitere Woche zu verbringen.

contentmap_plugin