Mein nächster Stopp nach Rotorua war Otorohanga. Auch hier war ich bei einer HelpX-Familie, es war allerdings ganz anders als bei Dan und Jennie. Steff und Duncan wohnen auf der Heywood Farm in einem versteckten Häuschen mitten in der Provinz. Zur Familie gehören noch Jake (20), Benny (13) und Hannah (11).

Der Ort Otorohanga ist eine Viertelstunde mit dem Auto entfernt. Anstatt eine Webseite zu basteln durfte ich hier auf der Farm helfen. Seit einigen Monaten haben die beiden neben Rehen, Schweinen und Kühen auch Freilandhühner. Meine Hauptaufgabe war, diese zu betreuen. Jeden Tag heißt es dabei zuerst, das Futter zusammenzumischen und auf drei Eimer, eine für jeden Stall, zu verteilen. Dann werden die Ställe nacheinander abgeklappert. Es müssen die Futtereimer und das Wasser aufgefüllt, und die Eier aufgesammelt werden. Dabei stehen die Hühner, die nicht die hellsten Tiere sind, natürlich immer im Weg rum. Wieder zurück am Haus werden die Eier zunächst mit einer fancy Maschine gewaschen, um nach dem Trocknen gewogen und je nach Gewicht in verschiedene Klassen einsortiert zu werden. Die Supermarkteier haben ein Gewicht von 62 bis 78 Gramm. Etwas kleinere Eier landen in Cafés, die großen und die in irgendeiner Weise verformten oder verfärbten Eier werden separat privat verkauft. 

Zweimal durfte ich außerdem den Rasen mit einem Aufsitzrasenmäher mähen. Das Ding hat ganz schön Power, ist echt witzig dass man eigentlich nur bisschen Kart fahren muss, um das Gras klein zu kriegen!

Am Montag Nachmittag habe ich Alfred in Otorohanga abgeholt. Ihn habe ich in Whangarei am Anfang meiner Reise kennen gelernt, und mit ihm zusammen habe ich das Auto gekauft. Wir werden also ab jetzt zusammen reisen! Die restlichen knapp zwei Wochen waren wir neben dem Eier suchen damit beschäftigt, unser Auto campingtauglich zu machen. Im Warehouse, einem riesigen Laden wo es so ziemlich alles was man sich nur vorstellen kann zu kaufen gibt, haben wir eine Matratze und allerlei anderes Zeug geholt, von Duncan bekamen wir eine Palette, die wir zum Lattenrost zurecht gesägt haben. Es ist zwar nicht das größte Camperauto, aber dafür gemütlich, und mit effizientem Ausnutzen des Platzes kriegen wir alles unter, für die weitere Reise ist nach diesen zwei Wochen hier also alles vorbereitet!

Am Donnerstag fuhren wir mit Duncan und Jake nach Turangi, um einen vierten Hühnerstall abzuholen und ein Holzgestell für einen Wassertank abzubauen und einzupacken. Das ganze dauerte den ganzen Tag, alleine das Aufladen des Stalls auf den Trailer dauerte knappe zwei Stunden, und das Holzgestell war auch recht kompliziert abzubauen. Mit dem Stall im Gepäck ging es dann wieder Richtung Otorohanga. Zwischendurch gab es dann noch Abendessen, mit einem Hühnerstall auf den Parkplatz eines Einkaufszentrum zu fahren ist schon ziemlich witzig!

Samstag Nachmittag bin ich zusammen mit Duncan, Jake und Benny zum Lake Arapuni gefahren, eine künstliche Staustufe des Waikato Rivers, die zur Energiegewinnung genutzt wird. Duncan hat ein Jetboat inklusive Wasserski und einem Art Mini-Schlauchboot, das am Motorboot mittels Schnur befestigt wird. Da hinten drauf zu sitzen und versuchen, nicht herunterzufallen, macht unglaublich Spaß! In den Kurven wird das Boot anscheinend bis zu 50km/h schnell, es fühlt sich aber deutlich schneller an. Durch die vom Boot erzeugten Wellen springt das Schlauchboot einige Meter weit, da kommt Achterbahnfeeling auf, gefolgt von der unvermeidlichen Abkühlung wenn man sich dann irgendwann nicht mehr halten kann. Es war auf jeden Fall ein richtig cooles Erlebnis!

Am Sonntag hatten wir dadurch dass wir am Donnerstag den ganzen Tag unterwegs waren, komplett frei. Das nutzten wir, um die nahegelegenen Waitomo Caves zu besuchen, aber dazu gibt es einen eigenen Blog.

Die zweite Woche ging recht schnell vorbei. Wir sammelten jeden Tag die Eier ein und fütterten die Hühner, am Freitag hatten wir dann auch die Ehre, die Ställe auszuputzen. Der Gestank war unvorstellbar, nach ein paar Stunden war unser letzter Job auf der Farm dann auch erledigt. Abends fuhr ich dann nochmal mit an den Lake Arapuni zum Baden, Bootfahren und Wasserspringen.

Ab Samstag geht das Abenteuer Roadtrip dann richtig los, stay tuned!

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