Am Samstag, dem 3. Dezember verließ ich die Heywood-Farm mit ihren Hühnern. Der erste Stopp on the road nach über einem Monat HelpX war Kawhia, ein kleines Fischerdorf an der Westküste mit einem wunderschönen Strand. Bevor es für Alfred und mich in den Süden geht, war ein vorerst letztes Mal auch Ilaria mit dabei. Bei Sonnenschein verbrachten wir einen sehr entspannten Tag am Strand und im inzwischen merklich wärmeren Tasmanischen Meer. 

Die Nacht verbrachten wir nochmal auf der Heywood Farm, bevor die eigentliche Reise mit dem Auto los ging. Der erste Stopp sollte (für mich zum zweiten Mal) das Crossing Backpackers im Tongariro National Park sein. Auf halber Strecke dorthin hatte ich gesehen, dass es eine Lagune gibt, die nur 7 km von der Highway entfernt ist. Also nichts wie hin! Im Endeffekt brauchten wir jeweils eine halbe Stunde um dorthin zu kommen, da es sich bei der Straße zur Lagune um eine Schotterpiste handelte, die von Schlaglöchern nur so wimmelte. Die aufregende Fahrt hatte sich dann auch nur so mittelmäßig gelohnt, die Lagune war ein Regenwasserloch mitten im Wald, zwar recht hübsch, aber nichts wirklich besonderes. Immerhin kommt hier definitiv nicht jeder Neuseeland-Touri hin!

Am späten Nachmittag erreichten wir dann das Crossing Backpackers. Dort traf ich wieder auf Caro und Patti, die ich bei Dan und Jennie in Rotorua kennen gelernt hatte. Um etwas Geld zu sparen und unsere frisch gekaufte Ausrüstung auszuprobieren, schlief ich im Zelt und Alfred im Auto. Am Tag darauf wollten wir das Alpine Crossing machen. Ich hatte den 19km-Walk mit Paul schon Anfang Oktober gemacht, ohne Schnee und bei deutlich besserem Wetter war es aber eine ganz andere Welt. Beim Aufstieg spielte das Wetter noch nicht wirklich mit, der Mount Ngaurahoe alias Mount Doom war praktisch nicht zu sehen. Pünktlich zum Aufstieg auf den Red Crater, dem höchsten Punkt des Walks, klarte der Nebel dann aber auf, und gab den Blick auf den eindrucksvoll roten Krater frei. Noch genialer sahen die Emerald Lakes aus, die bei meinem ersten Besuch hier vom Nebel verschluckt waren. Abseits vom Haupttrack bin ich zu einem der Seen über das Geröll hinuntergeklettert. Dort riecht es durch die austretenden Dämpfe ein bisschen wie in Rotorua, und auch die Farben sind durch die verschiedenen Mineralien genauso imposant. Alleine hierfür war es den Aufstieg in die Kälte wert!

Der Abstieg war dann wieder etwas nebliger, dafür kam er mir ohne Schnee und nassen Socken deutlich kürzer vor als beim ersten Mal. Vom Carpark haben uns dann netterweise Caro und Patti abgeholt (herzlichen Dank nochmal hierfür!!).

Den Nachmittag und Abend verbrachte ich dann entspannt mit Whirlpool, Monopoly und gutem Essen, das uns die Hostelbesitzer freundlicherweise angeboten haben. Die Nacht war dann recht stürmisch und regnerisch. Am nächsten Morgen ging es dann Richtung Westküste. Der Weg nach New Plymouth führte über die Forgotten World Highway, anscheinend die schönste Highway der Nordinsel. Leider war auch dieser Tag recht verregnet, deshalb war die Fernsicht nicht allzu gut. Womit ich nicht gerechnet habe, ist dass die "Highway" auf halbem Weg plötzlich zur Schotterstraße durch ein sehr enges Tal wurde. Interessant, was hier noch als Highway bezeichnet wird, die Szenerie war aber ziemlich genial.

In New Plymouth gönnten wir uns, da wir beide in der letzten Nacht recht wenig geschlafen hatten, ein Hostel. Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf zum North Egmont Visitor Centre. Der Parkplatz liegt im Herzen des Egmont-Nationalparks, am Fuße des Mount Taranaki, dem mit über 2.500km höchsten Vulkankegel der Nordinsel. Auch hier war die Welt anfangs noch hinter einem Schleier verborgen, der sich im Lauf des Nachmittags jedoch immer mehr lichtete. Zunächst ging es einen gut ausgebauten, aber sehr steilen Track nach oben. Sogar eine Gletscherüberquerung war bis zur letzten Berghütte mit drin. Der ursprüngliche Plan war, danach wieder auf der anderen Seite runter zu gehen, kurz entschlossen liefen wir aber ab dort noch den Summit Track hinauf, um wenigstens einen Blick auf den Gipfel erhaschen zu können. Dieser Weg war alles andere als einfach: Erst ging es rund 600 Stufen nach oben, dann nur noch über Geröll aufwärts. Doch wir wurden belohnt, über der Wolkendecke erstreckte sich der Gipfel in seiner ganzen Pracht. 

Nach dem anstrengenden Abstieg wieder auf dem Parkplatz angekommen, beschlossen wir, dort zu übernachten. Die Abendstimmung war fast magisch. Der Berggipfel war kurz vor Sonnenuntergang komplett frei sichtbar, auf der anderen Seite Richtung New Plymouth erstreckte sich ein Wattebäuschchenmeer aus Wolken. Alles überstrahlte der richtig helle Mond. 

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