Meine Fähre auf die Südinsel fuhr um 8:30 Uhr. Klingt erstmal nach nicht allzu früh, da Check-In aber bis spätestens eine Stunde vor Abfahrt ist und ich auch noch eine Dreiviertelstunde bis zum Parkplatz meines Autos laufen musste, war es trotzdem noch dunkel als ich aufstehen musste.

Die Fähre von Wellington auf der Nordinsel nach Picton auf der Südinsel fährt circa dreieinhalb Stunden. Nach einer gefühlt ewigen Wartezeit bis ich endlich auf die Fähre fahren durfte ging es dann ziemlich pünktlich los. Die Fähre fährt zunächst auf dem Wellington Harbour hinaus, entlang von wunderschönen Stränden. Dann kommt die Cook Strait und mit ihr das offene Meer. Das merkt man auch, da die Wellen schon ziemlich hoch waren, um die drei Meter. So ein bisschen Achterbahnfeeling kam dabei auf, um mich herum wurde es einigen Leuten schlecht und die Crew war damit beschäftigt, Kotztüten aufzuteilen. Mir ging es zum Glück gut und ich konnte die Aussicht auf gleichzeitig Nord- und Südinsel genießen. Die kleinste Entfernung beträgt nur 20 Kilometer, die Fähre fährt aber deutlich länger. Bis Picton schippert die Fähre durch die Marlborough Sounds, eine sehr zerklüftete Fjordlandschaft im Norden der Südinsel.


In Picton angekommen fuhr ich erstmal zu meiner Unterkunft. Im Hostel in Wellington hatten mir Katrin und Christiane angeboten, dass ich eine Nacht mit ihnen in einem Airbnb Zimmer schlafen kann, da noch ein Bett frei wäre. Es war ein sehr gemütliches Haus etwas außerhalb von Picton mit Ausblick auf die Sounds. Zu dritt liefen wir dann nachmittags zur Spitze der Snout (Schnauze), eine recht spitze Halbinsel zwischen Picton und Waikawa, wo das Zimmer war. Relativ lang geht es dabei durch native bush, immer wieder erhascht man einen Blick auf den Sound. Ungefähr in der Mitte der Tracks ist ein Aussichtspunkt, wo man den Queen Charlotte Sound überblicken kann.

Nach einer weiteren Dreiviertelstunde laufen kommt man dann am Ende der Schnauze an, und bekommt einen Panoramablick über Picton, Waikawa und den Sound geboten.

Tags darauf, die Mädels zogen weiter nach Nelson, informierte ich mich, was man in der Gegend so tun kann, da ich mir vorher praktisch keinen Plan gemacht hatte. Ich entdeckte den Queen Charlotte Track, eine 3- bis 4-Tageswanderung von der Ship Cove, die fast am Ende des Sounds richtig offenes Meer ist, bis nach Anikawa kurz vor Picton. Kurzerhand buchte ich das Wassertaxi zur Ship Cove und quartierte mich eine Nacht im Hostel ein, wo ich meinen Rucksack, das erste mal wirklich zum Wandern, packte. Danach bummelte ich noch ein bisschen durch Picton. Ohne die Fähre wäre es wohl ein winziges, verschlafenes Dörfchen mit Hafen, durch die vielen ankommenden Touris ist in der kleinen Innenstadt aber gut was los. Sogar eine Gruppe Dudelsackspieler trat auf der Straße auf. Abends ging ich dann relativ früh schlafen.

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