Zusammen mit dem Sonnenuntergang kam ich am 23. Februar in Wanaka an. Wanaka ist ein kleines hübsches Örtchen, das am Lake Wanaka inmitten der Ausläufer der Südalpen gelegen ist und ursprünglich mal ein Fischerdorf war. Inzwischen ist es sich eine etwas weniger touristische und hektische Kopie von dem nur eine Stunde entfernten Queenstown.

Am Freitag morgen ging ich zunächst in die Puzzling World. Hier findet man alle möglichen Täuschungen, Illusionen und Verirrungen. Zunächst stürzte ich mich ins Great Maze, den großen Irrgarten. Im Freien wurde mit Holzabtrennungen ein ansehnliches Labyrinth geschaffen. Das Ziel ist, in der richtigen Reihenfolge alle vier Ecktürme und danach den Ausgang zu finden. Obwohl nur 1,5 Kilometer Weg zur Verfügung stehen, laufen die meisten Besucher laut Infoschild 3 bis 5 Kilometer. Das kann ich nur zu gut verstehen – obwohl der Irrgarten von außen überschaubar aussieht, ist es wirklich sehr einfach die Orientierung zu verlieren. Die ersten zwei Türme waren noch relativ einfach, für den dritten bin ich mindestens 20 Minuten herumgeirrt. Am Ende brauchte ich über eine Stunde, bis die "Quest" erfüllt war und ich wieder draußen war.


Das andere Highlight der Puzzling World sind die Illusion Rooms. Davon gibt es fünf, in denen jeweils eine andere Illusion dargestellt wird. Den Anfang bildet die Hologram Hall, in der erstaunlich plastisch wirkende Hologramme ausgestellt sind, die aber alle auf 2D gedruckt sind. Danach folgt der merkwürdigste Raum in dem ich je war. Das Prinzip ist eigentlich simpel: Man nehme einen Raum und baue den Boden, die Wände und die Decke wie üblich in rechten Winkeln, aber mit 15 Grad Neigung. Ohne Fenster gibt es keinen Orientierungspunkt, was "gerade" ist. So sieht es so aus, als ob eine Schaukel mitten in der Bewegung stehen geblieben ist, Wasser schräg herunterfließt, eine Billardkugel von alleine eine Steigung hinaufrollt. Hört sich vielleicht nicht spektakulär an, war aber ein unglaublich komisches Gefühl.

Weiter ging es mit Masken, die wirken, als ob sie nach außen gestülpt sind, in Wahrheit aber eine Hohlform bilden. Weil das noch nicht genug ist, verfolgen einen die Augen von Einstein, Gandhi und co, wenn man an ihnen vorbei läuft. Der nächste Raum lässt einen den Scheinriesen Turtur nachahmen: Von außen durch ein Fenster kann man in den Raum schauen, der ganz normal aussieht. Dieser Eindruck entsteht durch geschickte Perspektive und Kacheln, die nicht rechteckig sind aber so tun. In Wahrheit ist die Decke auf der einen Seite viel höher als auf der anderen. Danach folgen noch viele weitere Ausstellungsstücke: Ambigramme (Schrift, die je nach Leseart eine andere Bedeutung offenbart, bekannt aus dem Roman Illuminati), unmögliche Gemälde wo zum Beispiel unten drei aber oben vier Säulen sind, Beispiele für Werbung, wo Täuschungen geschickt eingesetzt wurden, eine Art Riesen Rubics Cube an der Decke, der aber tatsächlich nicht plastisch ist sondern nur so wirkt und vieles mehr.

Erfolgreich verwirrt und beeindruckt ging ich danach ins Zentrum von Wanaka direkt neben dem See weiter. Der Steinstrand ist bevölkert von Touristen, vielleicht hat sich auch der ein oder andere Einheimische hier her verirrt. Ich schlenderte noch ein bisschen durch die Gassen, die für sich selbst aber nicht besonders sehenswert waren, und kehrte dann am Abend zum Campingplatz zurück.

Am darauffolgenden Tag kletterte ich zunächst auf den Roy's Peak und dann auf den Mount Alpha. Der Roy's Peak Track ist sehr beliebt, da er nahe an der Stadt ist und geniale Aussichten über die Stadt und den See bietet. Man muss allerdings auch was dafür tun: Der Aufstieg ist recht steil und zieht sich. Das Wetter war nicht perfekt, die Wolken gaben den Bergen aber eine mystische Stimmung. Angekommen am Roy's Peak drehen die meisten Touris wieder um. Ich machte mich noch an die 150 zusätzlichen Höhenmeter bis zum Mount Alpha, von wo aus man auch die Bergkette Richtung Queenstown bewundern konnte. Abwärts ging es dann über eine 4WD-Straße mit sanftem Gefälle.

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