Nach Queenstown war Te Anau mein nächster Stopp. Te Anau ist ein kleines Touristendörfchen am gleichnamigen See. Es ist der letzte Ort vor dem Milford Sound und war meine Basis für mehrere längere Wanderungen.
Ich kam im Bob and Maxine's Backpackers unter, ein kleines, aber sehr gemütliches und persönliches Hostel. Jeder wurde von Bob, dem Owner, jedem der gerade im Hostel war einzeln vorgestellt, unglaublicherweise konnte er sich sogar alle Namen merken!

Direkt vom Lake Te Anau aus startet der Kepler Track, einer der Great Walks in Neuseeland, also ein von Tourism Neuseeland als besonders schön betrachtet und daher auch gut ausgebaut. Da die Hütten und sogar die Campingplätze auf dem Kepler Track schon Wochen im Voraus ausgebucht sind, beschloss ich nur den ersten Teil des Kepler Tracks zu laufen. Vorbei an der Luxmore Hut ging es für mich bis auf den Gipfel des Mount Luxmores und dann wieder zurück. Da die Strecke dann ingesamt 34 Kilometer betrug, bin ich kurz nach Sonnenaufgang los. Der erste Teil des Weges führt durch nativen Buchenwald, durchzogen von Farnen und Moosen. Gepaart mit dem morgendlichen Sonnenlicht und Tautropfen fast schon ein magischer Wald!


Nach ein paar Kilometern entlang des Sees ging es dann aufwärts in Richtung der Berge, immer noch im Wald. Irgendwann hört der Wald dann einfach auf, die Bäume weichen einer genialen Aussicht auf die Berge des Southlands und Fjordlands, den See und die Plains in Richtung Osten.
Nicht weit oberhalb der Baumgrenze liegt die Luxmore Hut, die meisten Meertageswanderer die einen kurzen ersten Tag wollen bleiben hier. Direkt neben der Hütte zweigt ein kleiner Weg ab, der zur Luxmore Cave führt. Von oben sieht der Eingang sehr unscheinbar aus, jedoch kann man so ungefähr 20 Meter in die Höhle hineinlaufen, durch die ein winziger Bach fließt und zum Ende hin sogar ein paar Tropfsteine bereit hält.

Hinter der Hütte geht es noch ein bisschen weiter hoch, am Ende recht steil werdend, bis ich mein Tagesziel erreicht habe: Den Gipfel des Mount Luxmore. Mit immerhin 1,472m über dem Meeresspiegel (zum Vergleich: Te Anau liegt auf 210m) weiß man dann auch was man geschafft hat! Und zunächst wurde ich enttäuscht: Der See lag hinter den Wolken verborgen. Da die Wolken aber sehr schnell vorbei zogen beschloss ich zunächst mal mittagzuessen und zu warten. Und ich hatte Glück: Nach einer halben Stunde klarte es auf, nochmal eine Viertelstunde später war die Sicht auf den See fast komplett frei. Seht selbst!

Nach insgesamt einer Stunde auf dem Gipfel machte ich mich dann wieder auf dem Weg den ich gekommen bin an den Abstieg ins Tal. Runter geht natürlich immer schneller, trotzdem war es nicht mehr lang bis zum Sonnenuntergang, als ich wieder am Anfang des Tracks ankam.
Den Tag darauf verbrachte ich damit, mich auf meinen erste wirklich lange Wanderung vorzubereiten, den Hollyford Track, zu dem ich dann am 4. März aufbrach.

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