Wieder zurück in Te Anau, inzwischen zum dritten Mal, bewegte ich mich erstmal einen Tag nicht aus dem Hostel. Das war aber auch gar nicht nötig, ich arbeitete ein paar Stunden, und mit den anderen Hostelgästen grillte ich an zwei Tagen hintereinander. Am 24. März verließ ich Te Anau dann endgültig und machte mich zusammen mit Jonas, einem Österreicher den ich im Hostel kennengelernt hab, auf den Weg noch weiter in den Süden. Nach nicht ganz 100km machten wir am Lake Monowai halt. Auch hier lässt es sich gut wandern, also schnallten wir unsere Backpacks um und liefen in den Wald hinein, diesmal aber nur für eine Übernachtung auf der Green Lake Hut am gleichnamigen See. Hier gelten keine Great Walk Standards, der Weg war teilweise sehr matschig und wir mussten uns einen Weg um den eigentlichen, nicht mehr betretbaren Track herum suchen. Nichtsdestotrotz machte die Wanderung Spaß, und ein paar Stunden und viel Matsch später kamen wir an der Hütte an. Der Green Lake ist eher blau als grün - genau anders herum wie die Blue Lakes nahe des Tasman Glaciers im Mount Cook Nationalpark. Zum Schwimmen war es definitiv zu kalt, aber die komplett verdreckten Beine konnte ich waschen.


Nachdem die Sonne untergegangen war, zeigte sich der neuseeländische Sternenhimmel mal wieder von seiner allerbesten Seite. Es war eine wolken- und mondlose Nacht, dementsprechend deutlich zeichnete sich die Milchstraße neben den Myriaden anderer Sterne am Himmel ab. Unglaublich schön!

Auf dem gleichen Weg wie am Tag zuvor ging es am 25. März dann wieder zurück zum Auto, nur dass es diesmal vorwiegend abwärts ging, und wir eine Engländerin, die auch auf der Hütte übernachtet hatte, noch mit im Schlepptau hatten. Vorbei an den immer noch beeindruckend hohen Bergen des Southlands fuhren wir bis zur Südküste.
Zwischendurch stoppten wir an der Clifden Cave, eine 300m tiefe Karsthöhle. Ausgerüstet mit Stirnlampe und Regenjacke kletterten wir hinein. Klettern ist hier das richtige wird, da die Höhle recht eng ist, und man sich an einigen Stellen richtig durchquetschen muss. Das hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, neben außerirdisch anmutenden Felsformationen ist die Höhle voll von Glowworms. Es sind natürlich nicht so viele wie beispielsweise in den Waitomo Caves, da die Höhle aber nicht hoch ist, kann man die Würmer aus nächster Nähe beobachten. 

Nahe der Monkey Island, einer kleinen Insel direkt am Meer, schlugen wir unser Nachtlager auf. Ich schlief im Auto, Jonas im Zelt. Abgesehen von deren evolutionären Nachfahren sind auf der Insel keine Affen anzutreffen. Menschen hatte es aber einige, da man bei Niedrigwasser einfach über den Strand zur Insel laufen kann. Nach der Inselerkundung und dem Abendessen durften wir eines unglaublich schönen Sonnenuntergang über dem Meer beobachten, bevor wir uns schlafen legten.

Am nächsten Tag stoppten wir zunächt in Riverton, einem kleinen Ort kurz vor Invercargill. Hier liefen wir den Coastal Walk, der durch Wald, Wiesen und am Strand entlang führte. Recht früh waren wir dann in Invercargill, der größten Stadt im Southland, der ihrem Ruf, das schlechteste Wetter in ganz Neuseeland zu haben direkt gerecht wurde: Es fing an zu regnen. Also blieben wir erstmal im Hostel Julian zu uns hinzustieß. Er war auch im Hostel in Te Anau und auch ihn nahm ich bis Dunedin dann mit. Den veregneten Tag nutzten wir, um ins Museum zu gehen. Die interessanteste Ausstellung hier beschäftigte sich mit der Flora und Fauna der subantarktischen Inseln wie den Campbell und Auckland Islands. Ansonsten kauften wir noch ein für die nächsten Tage. Wir wollten in die Catlins fahren, ein selbst für neuseeländische Verhältnisse sehr dünn besiedeltes Gebiet voller Wald, Wasserfällen und schroffen Küsten. Zunächst besuchten wir am nächsten Tag jedoch die Demolition World in einem Vorort von Invercargill. Aus allerlei altem Material, das vorwiegend gespendet wurde, hatten die Hobbybastler eine komplette Siedlung zusammengebaut. Im Anfang-20.-Jahrhundert-Stil gibt es dort alles was man in einem Dorf so braucht: Wohnhäuser, Telefonboxen, eine Kirche, ein Tante-Emma-Laden, ein Krankenzimmer, eine Disco, ein Restaurant, etc. Mit unglaublich viel Liebe zum Detail wurde jeder einzelne Raum und auch die Wege dazwischen hergerichtet (Beachtet den kleinen Kiwi unterhalb des Altars in der Kapelle!). Zudem laufen überall Hühner und sogar einige Pfauen herum. Ein sehr interessanter Ort!

Nachdem wir alles hier bewundert hatten, sprangen wir wieder ins Auto und ich fuhr in Richtung der Catlins.

contentmap_plugin