Die Idee, nach dem Bachelor in Neuseeland Work and Travel zu machen, ist im Laufe des Jahres langsam gewachsen. Was erst nur ein Wunschtraum war, ist dann immer konkreter geworden. Zufälligerweise hatte Ilaria, die ich aus der Ferienfreizeit happy-again! kenne, ähnliche Pläne. Sie wollte nach ihrem Abi für 9 Monate ins Land der Kiwis als Au Pair-Mädchen. Also beschlossen wir, zusammen zu fliegen.

Es hat dann aber noch bis Ende August gedauert, bis wir tatsächlich einen Flug gebucht hatten. Das Buchen an sich war dann schwieriger, als man denken sollte. Erstmal war das Problem, überhaupt einen Flug zu finden, der eine flexible Umbuchung zulässt. Nachdem wir dann endlich über STA Travel, einer Reisegesellschaft spezialisiert auf junge Reisende, einen passenden Flug gefunden hatten, wollten sie unser Geld nicht haben. Keine von vier Kreditkarten wurde bei dem Preis akzeptiert (bei Hin- und Rückflug für zwei Personen ans andere Ende der Welt kommt einiges zusammen, das machen die Limits alle nicht mit). Nachdem ich dann am nächsten Tag auf der Bank mein Online-Banking Limit hochsetzen habe lassen, konnten wir endlich bezahlen und hatten den Flug sicher!

Die Tage bis dahin gingen dann schnell vorbei. Am 25. September war es dann so weit. Die Eltern von Ilaria nahmen mich mit auf den Flughafen in München. Wir waren dreieinhalb Stunden vorher da, deshalb schauten wir uns noch den Flughafen an. Und mit der erste der einem über den Weg läuft, ist von Kopf bis Fuß in blau-weiße Karos gekleidet. Das typische Bayern-Klischee mal wieder bestätigt. Mittendrin im Flughafen gibt es eine Art Marktplatz mit vielen Geschäften und einer Surfanlage in der Mitte, wo jeder sein Glück auf dem Brett versuchen konnte. Sehr cool hergerichtet auf jeden Fall!

Um 13.25 Uhr Münchner Zeit ging es dann los auf die andere Seite der Welt. Wir sind mit einer Boeing 777 von Singapore Airlines geflogen, zunächst nach Singapur. Es war mein erster Langstreckenflug, und mit den germanwings- und Ferienfliegern mit denen ich bis jetzt geflogen bin, ist die Maschine nicht zu vergleichen. Erstmal das Flugzeug an sich: 60 Sitzreihen insgesamt, in der Economy-Class 9 Plätze pro Reihe. Zunächst läuft man allerdings an First- und Business Class vorbei, was eher einem kleinen Hotelzimmer als einem Sitz ähnelt. Aber selbst in der Economy-Class gibt es deutlich mehr Beinfreiheit als in den Kurzstreckenflugzeugen. Und was Komfort und Service angeht, toppt Singapore Airlines alle Fluggesellschaften die ich bis jetzt kannte. Gleich am Anfang bekommt jeder ein in warmem Wasser getränktes Handtuch zur Erfrischung, es gibt für jeden Kopfhörer, Zahnbürste und alle Getränke - selbst Cocktails - kosten nichts extra. Auch das Auftreiben eines vegetarischen Essens war nach kurzer Wartezeit kein Problem. Die 12 Stunden Flug gingen am Ende schneller vorbei als erwartet. Der Flughafen in Singapur ist einfach riesig. Selbst innerhalb eines Terminals gibt es einen Verbindungszug, die Laufzeiten von einem zum anderen Ende werden mit 30 Minuten angegeben. Dafür wurde der Abflugbereich interessant gestaltet: Es gibt neben den obligatorischen gefühlt 500 Duty-Free-Shops einen Koi-Teich und eine Schmetterlingshalle. Das Klima darin steht dem draußen in nichts nach. Obwohl wir morgens am Flughafen waren, ist die Luft bereits drückend heiß und schwül gewesen, sodass wir recht schnell wieder ins klimatisierte Gebäude verschwunden sind.

Nach knappen zwei Stunden Aufenthalt folgte dann die zweite Flugetappe nach Perth, wieder mit einer Triple Seven von Singapore Airlines, allerdings einem älteren Modell. Beim Flug über Australien sieht man zunächst weit und breit sehr viel nichts, durchzogen ab und an von Feldern und einzelnen verlorenen Häuschen. Erst kurz vor Perth beginnt die Zivilisation. In Perth hatten wir vier Stunden Aufenthalt bevor wir die letzten fünfeinhalb Stunden des Fluges mit Air New Zealand in einer Boeing 787 verbrachten. Die Sitze hier sind etwas schmaler, dafür ist das Entertainment-System sehr modern und bietet zusätzlich zu einer guten Filmauswahl auch Infos und Videos zum Land. Am Dienstag um 5:45 Uhr Ortszeit, in Deutschland 18:45 Uhr am Vortag, landeten wir schlussendlich in Auckland. Die Passkontrolle bei der Einreise ging fix, dafür ist Neuseeland sehr streng was das Mitnehmen von Dingen betrifft, das das Ökosystem beeinträchtigen kann. Dazu gehören alle Arten von Lebensmitteln, sonstiger tierischer Produkte, und sogar Outdoor-Ausrüstung und Schuhe, die mit Erde in Berührung gekommen sind. Im Flugzeug bekommt man ein Formular, wo man in verschiedenen Kategorien angeben muss, ob es nach Neuseeland mitgebracht wird, am Flughafen wird man nochmal gezielt nachgefragt was man denn tatsächlich dabei hat. Obst und Gemüse muss man schnell essen oder entsorgen, meinen Kuchen den ich noch dabei hatte durfte ich allerdings behalten. Bei falscher Deklarierung werden 400$, etwa 250€, Strafe fällig. Nach der Befragung stellt man sich nochmal bei einer Art Security Check an, und wir mussten alle Schuhe auspacken und vorzeigen. Danach wird das ganze Gepäck nochmals geröngt, bevor man schlussendlich zum Ausgang gehen darf.

Für die ersten zwei Tage hatten wir bereits ein Hostel vorgebucht, mit dem Bus eine Viertelstunde vom Flughafen entfernt. Wie wir schnell feststellen durften, sind die Busfahrer hier auch nicht freundlicher. Wir hatten aus dem Geldautomaten nur 50$-Scheine bekommen. Die wollte die Busfahrerin nicht annehmen, und hat uns schlichtweg wieder rausgeschmissen und ist losgefahren. Mit gewechseltem Geld erreichten wir dann mit dem nächsten Bus unser Hostel, das Airport Skyway Lodge in Mangere, einem Stadtteil im Süden von Auckland. Da wir so früh noch nicht einchecken durften, stellten wir unser Gepäck ab und machten uns direkt auf den Weg nach Auckland.

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