Von Phnom Penh aus nahm ich den Bus nach Sihanoukville. Die Stadt liegt im Süden Kambodschas, nicht weit von der Grenze von Vietnam im Golf von Thailand. Ich hielt mich nicht lange in der Stadt auf, sondern fuhr direkt weiter zum Otres Beach, einem recht schmalen aber langen weißen Sandstrand, der von Bungalows, Resorts und Backpacker-Unterkünften gesäumt ist. Angekommen im Hostel verbrachte ich den Rest des Tages damit, was man am Strand am besten kann: nichts tun. Ich planschte etwas im übertrieben warmen Meer (zwischen 29 und 30 Grad hat das Wasser) und las ein Buch, und dann war der Tag auch schon wieder rum.

Am nächsten Tag nahm ich an einer Drei-Insel-Tour teil. Neben den größeren Inseln Koh Rong und Koh Rong Samloem liegen unweit der Küste noch ein paar sehr kleine Inseln, die zu einem Schnorcheltrip einladen. Ungefähr 15 Leute waren auf dem Boot. Die erste Insel betraten wir nicht, stattdessen legten wir vor ihr an und es wurden die Schnorchel herum gereicht. Die waren widerlich, in den Brillen setzte sich schon der Schimmel ab. Zum Glück hatte jemand Desinfektionsspray dabei. Wirklich klar war das Wasser nicht, man konnte vielleicht zwei Meter weit etwas sehen. Um die Felsen herum hatten sich Korallen niedergelassen, die Heimat von ein paar kleinen Fischen und Seeigeln wurde. Wirklich viele Fische gab es nicht zu sehen, aber es war trotzdem schön, nach längerer Zeit mal wieder zu schnorcheln.
Weiter ging es zur nächsten Insel. Die hatte einen Bilderbuch-Sandstrand. Hier legte das Boot auch an, und ich hatte zwei Stunden um den Strand zu genießen, den Dschungel im Inneren der Insel ein bisschen zu erkunden und zu planschen. Hier war das Wasser deutlich klarer, aber durch den Sandstrand gab es abgesehen von unzähligen Haufen, die wie die von Wattwürmern aussehen nicht viel zu sehen. Zurück auf dem Boot gab es ein rudimentäres Mittagessen (Brot mit Salat) bevor es weiter ging zur dritten Insel. Hier gab es nochmal ein paar Riffe, und wer wollte konnte von einer Klippe ins Wasser springen. Anschließend ging es zurück an den Strand.


Tags darauf nahm ich die Fähre zur Insel Koh Rong Samloem. Die Insel hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwas über 9 Kilometern und ist in der Mitte nicht mal anderthalb Kilometer breit. Abgesehen von Tourismus und Dschungel gibt es auf der Insel ziemlich genau gar nichts, nicht mal WiFi - perfekt um mal komplett abzuschalten. Ich war im Mad Monkey Hostel, das in seiner eigenen privaten Bucht liegt. Mit dem Speedboat setzte ich von Sihanoukville zur Hauptbucht der Insel, der Saracen Bay, über. Das alleine war schon ein Abenteuer, mit 50km/h sprang das Boot über die Wellen hinweg, teilweise schwappte dabei das Wasser ins Boot hinein. Auf jeden Fall keine ruhige Fahrt! Das Hostel holte uns dann mit ihrem eigenen Boot von der Saracen Bay ab und brachte uns zum abgelegenen Paradies. Die Anlage ist wirklich direkt in den Dschungel gebaut. Es gibt den Sandstrand, von wo aus es 50 Meter lang ziemlich flach ins Meer hinaus geht, und wo mitten im Meer Hängematten zum Nichts tun einladen. Die Bar und der Aufenthaltsbereich sind direkt neben dem Strand. Die Bar ist aufgrund der Abgeschiedenheit verständlicherweise recht teuer, hatte aber gutes Essen. Die "Dorms" sind einfache Holzbungalows, die nachts von Geckos und Moskitos nur so wimmeln, dank der Fliegennetze kann man sich den Dschungel im Zimmer aber anschauen, ohne komplett zerstochen zu werden.

Für mich das Highlight der Insel gibt es nachts zu bewundern. Um Mitternacht schwamm ich mit gefühlt dem ganzen Hostel ins Meer hinaus, um das biolumineszente Plankton zu bewundern. Tagsüber völlig unsichtbar, sieht man nachts, dass es im Wasser von Plankton nur so wimmelt. Sobald man außerhalb der Reichweite des Scheinwerfers ist, sieht man die winzigen Organismen leuchten, sobald man die Hände oder Füße bewegt. Den größten Effekt sieht man beim Schwimmen, wenn ein relativ großer Teil Wasser aufgewirbelt wird, sieht es fast schon aus wie ein Sternenhimmel, nur auf dem Wasser. Ich fühlte mich wie ein Zauberer, der Funken erzeugen kann, nur durch Bewegung der Hände. Ein unglaublich cooles Gefühl!
Anderthalb Tage meiner insgesamt dreieinhalb auf der Insel regnete es, was nicht allzu schlimm war. Die Leute waren alle sehr cool, und es gab Platz für alle im überdachten Aufenthaltsraum. Außerdem war es deutlich kühler als an den Tagen zuvor, eine willkommene Abwechslung.

Am Tag vor meiner Abreise unternahmen wir zu fünft einen Ausflug auf die andere Seite der Insel, zum Lazy Beach. Zunächst führte ein Track mitten durch den Dschungel zur Saracen Bay, von da aus dann ein recht breiter Sandweg hinüber zum Lazy Beach. Der Monkey-Saracen Track war deutlich interessanter zu laufen, einige umgestürzte Bäume wollten überklettert werden und eine Bachüberquerung war auch mit dabei. Dafür sahen wir auf dem Weg zum Lazy Beach eine Gruppe Affen durch den Wald tollen.

Der Strand an sich liegt sehr abgeschieden und voller Müll Richtung offenem Ozean, erwartungsgemäß waren die Wellen also deutlich höher als in der Mad Monkey Bucht. Trotzdem ein sehr idyllischer Strand, und angeblich wird der meiste Müll hier vom Meer aus angespült, also nicht mal eine komplette Säuberung würde wirklich helfen. Ziemlich schade.

Den gleichen Weg ging es dann zurück zum Hostel, und wir kamen gerade rechtzeitig, um einen wunderschönen Sonnenuntergang zu erleben.
Am nächsten Nachmittag ging es dann mit dem Speed-Wellenreiter-Boot zurück nach Sihanoukville. Dort hatte ich - und wie sich herausstellte auch noch insgesamt sechs andere aus dem Mad Monkey - den Nachtbus nach Siem Reap im Norden Kambodschas gebucht. Im Bus gab es tatsächlich Betten, die aber für kambodianische Größenverhältnisse ausgelegt sind. Ich hatte Glück, ich hatte ein Bett für mich allein, und passte quer gerade so hinein. Ein über 1,90m großer Engländer, hatte keine Chance, und schlief am Ende im Gang. Ich schaffte es, tatsächlich 5 Stunden zu schlafen, bevor ich morgens um 6 in der Tempelstadt Siem Reap ankam.

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