Mehr oder weniger zufällig landete ich für einen Tag in Ratchaburi, da von Kanchanaburi aus der einzige Bus in südlicher Richtung hierher fuhr. Ich wollte nicht sinnloserweise zurück nach Bangkok fahren, und plante daher, von dort den Zug Richtung Süden zu nehmen. Da ich gesehen habe, dass es hier einen sehr coolen Steinpark gibt, blieb ich eine Nacht hier. Ratchaburi ist überhaupt nicht touristisch. Das heißt, so ziemlich genau niemand spricht Englisch. Auch im Hotel nicht - ein Hostel gibt es hier nicht. Das Einchecken ohne verbale Verständigung funktionierte noch recht einfach. Als ich dem Rezeptionisten verklickern wollte, dass ich ein Fahrrad ausleihen wollte und ihn fragte, wo es denn einen Verleih gäbe, wurde es schon schwieriger. Am Ende zeigte ich im ein Bild von einem Fahrrad auf dem Handy, und er stellte mir sein eigenes zur Verfügung, sehr freundlich!

Ich fuhr also zum Khao Ngu Stone Park, acht Kilometer außerhalb der Stadt und war schon als ich dort ankam komplett durchgeschwitzt, das Klima war natürlich immer noch tropisch-schwül. Es hatte sich aber definitiv gelohnt, alleine schon für den Blick über den kleinen See dort, mit riesigen Kalksteinfelsen und einer malerischen Brücke im Hintergrund. Ich lief zunächst über die Brücke und den Weg entlang des Sees entlang. Man kann hier Tretboote mieten und ein bisschen über den See schippern, und es gibt auch ein kleines Restaurant in der Nähe, aber alles ist eher für Einheimische ausgerichtet.


Ich schwang mich wieder aufs Fahrrad und machte mich daran, den Rest der Gegend zu erkunden. Obwohl es immer weniger Menschen wurden je weiter ich mich vom See entfernte, war ich nicht alleine - überall, neben dem Weg, auf den Bäumen entlang des Weges und auch auf dem Weg, war ein ganzes Rudel von Affen. Ich hatte noch nie so viele auf einem Haufen gesehen! Viele von ihnen trugen kleine, unfassbar niedliche Babys auf dem Bauch. Zwei Frauen, die mit dem Auto hier waren hatten eine Bananenstaude mitgebracht und verteilten sie an die Affen. Oder besser gesagt: Die Affen stürzten sich auf die Bananen und das Auto. Auf dem einzigen Bild unten zählte ich unglaubliche 104 Affen!  

Als ich weiter fuhr, wurden es etwas weniger, jedoch waren die Affen überall im Park zu finden. Das nächste Mal halt machte ich an einem kleinen Steinunterstand mit Blick ins Tal (letztes Bild in der Reihe oben). Bei meinem kleinen Snack wurde ich wieder argwöhnisch beobachtet von einer Affenfamilie. Obwohl ich schon ein wenig hoch gefahren war, ging es noch weit höher. Immer wieder sind Treppen in den steilen Fels gehauen, die teilweise mit Steintafeln beschriftet waren. Jedoch konnte ich natürlich kein Wort lesen. Neugierig war ich trotzdem, also stellte ich mein Fahrrad ab und machte mich an den Aufstieg. Sich in der Hitze die Stufen hinaufzukämpfen zahlte sich mehr als aus. Auf halber Höhe entdeckte ich zunächst eine kleine Höhle. Obwohl höchstwahrscheinlich natürlichen Ursprungs, war sie als Tempel ausgebaut worden. In den Stein wurden Kunstwerke gemeißelt, und ein goldener Buddha zierte den Höhlenboden.

Oberhalb des Tempels wurde die Treppe immer überwucherter. Offensichtlich gibt es wenig Einheimische, die die Aussicht regelmäßig genießen. Oben angekommen erwartete mich ein 360 Grad Panorama einerseits über den kompletten Steinpark mit den Kreidefelsen und dem Wald, nur den See konnte ich nicht sehen, da er vom größten der Felsen verdeckt war. In die andere Richtung eröffnete sich die weite, flache Landschaft, die vor allem von Ackerland geprägt ist.

Nachdem ich noch ein bisschen über die Kreidefelsen geklettert bin, machte ich mich wieder an den Abstieg. Auf dem Rückweg zum See kam ich noch an einer überdimensionierten Schlangenstatue vorbei – Khao Ngu heißt wörtlich Schlangenpark. Erschöpft aber voller neuer Eindrücke fuhr ich zurück in die Stadt. Bevor ich zum Hotel zurückkehrte, drehte ich allerdings noch eine Runde durch Ratchaburi. Auch hier gibt es in der Stadt einen Tempel, der mich an den in Bangkok erinnerte – nur natürlich drei Nummern kleiner. Das Gelände ist öffentlich zugänglich (zumindest geh ich davon aus, da nirgends Absperrungen oder Schilder waren), also schaute ich mich dort ein wenig um. Nicht weit von dem modernen Tempel gibt es auch einen alten Steintempel. Ratchaburi vereint also im Kleinen sowohl die thailändische Hauptstadt als auch die Angkor-Tempel.

Zurück im Hotel suchte ich mir noch etwas zu essen und checkte die Zugverbindungen zu meinem nächsten Ziel - Koh Tao bzw. Chumphon – bevor ich mich in meinem 14€-Doppelzimmer schlafen legte.

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